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Hermann Göring
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Hermann Wilhelm Göring (* 12. Januar 1893 in Rosenheim; â 15. Oktober 1946 in NĂŒrnberg) war ein deutscher nationalsozialistischer Politiker und Kriegsverbrecher. Mitte 1933 wurde er Reichsluftfahrtminister ohne offizielles Ministerium, ab Mai 1935 war er Oberbefehlshaber der Luftwaffe. 1936 bzw. 1937 ĂŒbernahm er die FĂŒhrung der deutschen Wirtschaft und des Reichswirtschaftsministeriums.
Göring hatte im Ersten Weltkrieg als mit dem Pour le MĂ©rite dekorierter Jagdflieger einige Bekanntheit erlangt. Er nahm im November 1923 in MĂŒnchen am Hitlerputsch teil und trug maĂgeblich zum Aufstieg der NSDAP bei. Im August 1932 wurde er zum ReichstagsprĂ€sidenten gewĂ€hlt. Am Tag der Machtergreifung ernannte Adolf Hitler ihn zum Reichsminister ohne GeschĂ€ftsbereich, zum Reichskommissar fĂŒr den Luftverkehr und zum Reichskommissar fĂŒr das preuĂische Innenministerium. Am 11. April 1933 wurde Göring auch MinisterprĂ€sident PreuĂens.
In den beiden letzten Positionen war Göring maĂgeblich an der Gleichschaltung und der Verfolgung der Opposition beteiligt, die er mit Ă€uĂerster BrutalitĂ€t betreiben lieĂ. Er war fĂŒr die GrĂŒndung der Gestapo sowie die Einrichtung der ersten Konzentrationslager ab 1933 verantwortlich. Ab Oktober 1936 betrieb er als Beauftragter fĂŒr den Vierjahresplan die weitere AufrĂŒstung der Wehrmacht zur Vorbereitung eines Angriffskrieges. Er leitete MaĂnahmen im Zusammenhang mit dem âAnschlussâ Ăsterreichs, mit denen österreichische und deutsche Nationalsozialisten im MĂ€rz 1938 die Eingliederung Ăsterreichs in den NS-Staat veranlassten. In der Nacht auf den 12. MĂ€rz 1938 lösten â nach seinen telefonischen Drohungen, noch vor dem Einmarsch deutscher Einheiten â österreichische Nationalsozialisten das austrofaschistische StĂ€ndestaatsregime ab.
Er organisierte systematisch WirtschaftsmaĂnahmen gegen Juden und erlieĂ am 12. November 1938 die Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben.
In der Ăffentlichkeit des In- und Auslands galt Göring bis zum Kriegsende als einer der einflussreichsten NS-Politiker. TatsĂ€chlich verlor er, wie die historische Forschung spĂ€ter zeigte, vor und wĂ€hrend des Krieges trotz einer HĂ€ufung von Ămtern und Titeln SchlĂŒsselbefugnisse an konkurrierende NS-FunktionĂ€re wie Heinrich Himmler und Joseph Goebbels. Als Chef der Luftwaffe geriet Göring wegen der Niederlage in der Luftschlacht um England (Mitte 1940 bis Anfang 1941), der beginnenden verheerenden Bombardierung des Reichsgebiets durch die Alliierten und des Scheiterns einer LuftbrĂŒcke bei der Schlacht von Stalingrad (Ende 1942) in Misskredit.
Am 31. Juli 1941 beauftragte er Reinhard Heydrich mit der Organisation des Völkermordes an den europĂ€ischen Juden (Holocaust), in der Sprache des Nationalsozialismus euphemistisch âEndlösung der Judenfrageâ genannt.
Ab 1942/43 (Zeit der Kriegswende) zog sich Göring â auf parteiinternen Druck hin wie auch aus eigenem Antrieb â zunehmend ins Privatleben zurĂŒck und pflegte einen dekadent-luxuriösen Lebensstil. Viele Ămter fĂŒhrte er seitdem â wenn ĂŒberhaupt â nur noch in reprĂ€sentativer Weise aus.
Göring war einer der 24 im NĂŒrnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof Angeklagten. Ein âleutseliger Psychopathâ, wie ihn der bestellte GefĂ€ngnispsychologe Gustave Gilbert, der tĂ€glich mit Göring sprach, einschĂ€tzt.cite-ref-1[1] Er wurde am 1. Oktober 1946 in allen vier Anklagepunkten (Verschwörung gegen den Weltfrieden; Planung, Entfesselung und DurchfĂŒhrung eines Angriffskrieges; Verbrechen gegen das Kriegsrecht; Verbrechen gegen die Menschlichkeit) schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Durch Suizid am Vorabend der Hinrichtung entzog er sich der Vollstreckung des Urteils.
Contents
âą Leben
âą Herkunft
âą Erster Weltkrieg
âą Tod
âą Ămtervielfalt
âą Rezeption
âą Dokumentarfilme
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Leben
Herkunft
Hermann Göring wurde wĂ€hrend eines gezielten Deutschlandaufenthaltes seiner Mutter Franziska Göring (geborene Tiefenbrunn) im Sanatorium Marienbad im oberbayerischen Rosenheim zur Welt gebracht.cite-ref-2[2] Der Vater Heinrich Ernst Göring war promovierter Jurist und diente zwischen 1885 und 1890 als erster Reichskommissar fĂŒr Deutsch-SĂŒdwestafrika (heute Namibia) sowie zwischen 1892 und 1895 als Ministerresident fĂŒr Haiti und die Dominikanische Republik. Die schwangere Mutter war unter dem Namen Fanny Göhring, von Port-au-Prince auf Haiti nach Rosenheim mit der Absicht gereist, ihren SĂ€ugling nicht dem tropischen Klima auszusetzen.cite-ref-3[3] Mit Datum vom 8. Februar 1893 wurde Göring in das Taufbuch der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Rosenheim eingetragen.cite-ref-4[4] Sein Taufpate war der königlich-preuĂische Stabsarzt Hermann Epenstein.
Göring hatte vier Vollgeschwister: einen Ă€lteren Bruder, Karl Ernst Göring, zwei Ă€ltere Schwestern, Olga Therese Sophie Rigele und Paula Elisabeth Rosa Hueber (die beide in Ăsterreich mit promovierten Notaren verheiratet waren, letztere mit dem Politiker und Nationalsozialisten Franz Hueber),cite-ref-5[5] sowie einen jĂŒngeren Bruder, Albert Göring, der die nationalsozialistische Ideologie ablehnte. AuĂerdem besaĂ er vier Halbgeschwister aus der ersten Ehe seines Vaters (fĂŒr Details siehe den Artikel Heinrich Ernst Göring#Ehen und Kinder).cite-ref-6[6]
Kindheit und Jugend
Seine Mutter gab ihn die ersten 1œ Jahre zur Pflege an die Familie Graf in FĂŒrth, wĂ€hrend sie mit ihrem Mann in Haiti war. Sie selbst kehrte im August 1894 nach Deutschland zurĂŒck und nimmt ihren Sohn zu sich. Erst 1896 kehrt sein Vater nach Deutschland zurĂŒck. Die Familie wohnte in den folgenden Jahren in dem Haus FregestraĂe 19 in Berlin-Friedenau, das dem Patenonkel Epenstein (ab 1910 mit dem AdelsprĂ€dikat âRitter vonâ), gehörte.cite-ref-7[7] Danach lebte die Familie Göring auf den LĂ€ndereien Epensteins, eines Arztes jĂŒdischer Herkunft, mit dem sich Görings Vater in Deutsch-SĂŒdwestafrika angefreundet hatte. Epenstein stellte der Familie Göring die Burg Veldenstein (ca. 50 Kilometer nordöstlich von NĂŒrnberg) als Wohnsitz zur VerfĂŒgung.cite-ref-8[8] Manche Sommer verbrachte die Familie als Epensteins GĂ€ste auf dessen Burg Mauterndorf im Land Salzburg.cite-ref-9[9] Görings Mutter pflegte offen ein VerhĂ€ltnis mit Epenstein. Bei Besuchen wohnte sie bei ihm, wĂ€hrend der ĂŒber 20 Jahre Ă€ltere Vater auĂerhalb der Burg logierte.cite-ref-10[10]
Göring wurde 1900 in FĂŒrth in eine Privatschule eingeschult und besuchte ebendort von 1902 bis 1904 mit mĂ€Ăigem Erfolg das Humanistische Gymnasium.cite-ref-11[11] Von 1904 bis 1905 war er ein Jahr Alumne des Gymnasiums Carolinum in Ansbach.cite-ref-12[12] In seinen âKinderspielen ging es stĂ€ndig um Kriegâ.cite-ref-13[13]
Mit zwölf Jahren schickte ihn sein Vater in das Kadettenhaus in Karlsruhe. 1909 wechselte er an die Hauptkadettenanstalt (Oberstufe) in Lichterfelde bei Berlin, wo er neben einer militĂ€rischen Ausbildung (Exerzieren und GefechtsĂŒbungen) allgemeinbildenden Unterricht (unter anderem in Französisch und Englisch) erhielt.cite-ref-14[14] 1911 absolvierte er das FĂ€hnrichsexamen mit Auszeichnung und dem PrĂ€dikat âvorzĂŒglichâ. Seit MĂ€rz 1912 war er FĂ€hnrich im 4. Badischen Infanterie-Regiment âPrinz Wilhelmâ Nr. 112. Im Januar 1913 bestand er das Abitur. AnschlieĂend absolvierte er einen achtmonatigen Kriegsschulkurs, den er mit dem Offiziersexamen abschloss.cite-ref-15[15]
Erster Weltkrieg
Den Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 erlebte Göring mit seinem Regiment im elsĂ€ssischen MĂŒlhausen. Dort nahm er an kleineren Gefechten teil. Nach wenigen Wochen im Einsatz erkrankte er an Gelenkrheumatismus und musste sich im September 1914 im Freiburger Krankenhaus behandeln lassen. In Freiburg lernte er den Piloten und Heeresoffizier Bruno Loerzer kennen, der ihn fĂŒr das Fliegen begeisterte. Am 16. Oktober 1914 wurde Göring zur Ausbildung als Beobachter der Fliegerersatzabteilung 3 in Darmstadt abkommandiert und am 28. Oktober zur Feldfliegerabteilung 25 versetzt. GroĂe Anerkennung erfuhr Göring, als er Fotos von den feindlichen Stellungen aufnahm und an den GefechtsstĂ€nden des Korps ablieferte. FĂŒr eine besonders wichtige Bildmeldung bekam Göring am 25. MĂ€rz 1915 das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. Ab dem 1. Juli 1915 absolvierte Göring an der Freiburger Fliegerschule eine Ausbildung zum Piloten.cite-ref-16[16]
Er wurde im September zur 5. Armee abkommandiert. Am 16. November 1915 errang er seinen ersten Luftsieg. Anfangs eskortierte er BomberverbÀnde, spÀter wurde er Jagdflieger.
Am 14. MÀrz 1916 schoss er den ersten feindlichen Bomber ab. Nach einer Bruchlandung verbrachte Göring die Zeit vom 2. November 1916 bis zum Februar 1917 in verschiedenen Lazaretten.
Am 17. Mai 1917 wurde ihm die FĂŒhrung der Jagdstaffel 27 ĂŒbertragen. Er stieg am 18. August 1917 zum Oberleutnant auf. Nach seinem 19. Abschuss wurde ihm am 2. Juni 1918 der Orden Pour le MĂ©rite verliehen. Als der Kommandeur des Jagdgeschwaders Nr. 1, Hauptmann Wilhelm Reinhard, im Juli 1918 bei einem Testflug tödlich verunglĂŒckte, wurde Göring am 6. Juli 1918 Kommandeur dieses als Richthofens âFliegender Zirkusâ bekannten Geschwaders. Er flog unter anderem eine weiĂe Fokker D.VII. In seiner neuen Position errang er schlieĂlich seinen 22. und letzten Luftsieg.cite-ref-17[17]
Zeit der Weimarer Republik
Wechsel nach Schweden
Nach dem Waffenstillstand 1918 verlegte Göring sein Geschwader noch nach Deutschland zurĂŒck. Bei einer öffentlichen Versammlung in Berlin fiel er durch heftige Kritik am preuĂischen Kriegsminister Walther Reinhardt wegen dessen Eintretens fĂŒr die Republik auf.
Göring ging als MilitĂ€rberater nach DĂ€nemark und spĂ€ter nach Schweden. Dort fĂŒhrte er die Maschinen von Anton Herman Gerard Fokker vor. Am 2. August 1919 erwarb er eine schwedische Fluglizenz und ĂŒbernahm AuftrĂ€ge fĂŒr die Svenska Lufttrafik Aktiebolag.cite-ref-18[18]
Am 13. Februar 1920 reichte er von Stockholm aus seinen Abschied bei der Reichswehr ein, die nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages keine LuftstreitkrĂ€fte besitzen durfte. Dabei beantragte er seine nachtrĂ€gliche Beförderung zum Hauptmann und verzichtete auf etwaige VersorgungsansprĂŒche. Im Juni 1920 wurde seinem Antrag stattgegeben.
Erste Ehe
Am 20. Februar 1920 flog Göring vom Stockholmer Flughafen LindarĂ€ngen auscite-ref-19[19] den Forschungsreisenden Eric von Rosen auf dessen Gut Rockelstad. Göring musste aufgrund von schlechten Wetterbedingungen dableiben. Daraufhin lernte er dort seine erste Frau, die Schwedin Carin Freifrau von Kantzow, geb. Freiin Fock,cite-ref-20[20] kennen, die unglĂŒcklich verheiratet war und einen Sohn namens Thomas hatte. Göring und Carin von Kantzow verliebten sich sofort. Nachdem sie ihrem Mann Nils von Kantzow gesagt hatte, dass sie sich in Göring verliebt hatte, verlieĂ sie ihn und den gemeinsamen Sohn Thomas und lebte mit Göring an verschiedenen Orten in Schweden und ab 1921 in Hochkreuth bei Bayrischzell.cite-ref-21[21] Am 13. Dezember 1922 willigte Carins Gatte in die Scheidung ein und erhielt die Vormundschaft fĂŒr Thomas. Am 25. Januar 1923 heiratete Göring die vier Jahre Ă€ltere Carin in Stockholm. Die Trauung wurde am 3. Februar 1923 am neuen Wohnort der Görings in Obermenzing bei MĂŒnchen wiederholt.cite-ref-22[22]
Versuch eines Studiums
Göring immatrikulierte sich 1921 an der UniversitĂ€t MĂŒnchen, um ab Winter 1922cite-ref-23[23] Geschichte, Volkswirtschaft und Staatswissenschaften zu studieren. Zu seinen Professoren gehörten der Historiker Karl Alexander von MĂŒllercite-ref-24[24] und der Staatsrechtler Hans Nawiasky.cite-ref-25[25] Schon nach wenigen Wochen brach er das Studium ab, ohne möglicherweise je einen Hörsaal von innen gesehen zu haben.cite-ref-26[26]
An einem Sonntagabend im November 1922 ging Göring auf den MĂŒnchner Königsplatz zu einer Protestkundgebung gegen die von den SiegermĂ€chten geforderte Auslieferung deutscher GenerĂ€le und hörte Rednern verschiedener Parteien und Organisationen zu.cite-ref-read-s68-27-0[27] Ihm imponierte Hitlers Weigerung, âProteste in die Welt hinauszuschreien, ohne die Möglichkeit zu haben, ihnen mit Machtmitteln Nachdruck zu verleihenâ.cite-ref-28[28] Am Montag darauf hörte er in der montaglichen NSDAP-Versammlung im CafĂ© Neumayr am Viktualienmarktcite-ref-29[29] Hitler gegen den Friedensvertrag von Versailles sprechen.cite-ref-read-s68-27-1[27]
Kommandeur der SA
Hitler ernannte Göring Anfang 1923 zum Kommandeur der Sturmabteilung (SA). Göring entzog die SA dem Einfluss der Organisation Consul, organisierte sie neu und schuf ein eigenes Oberkommando. An Stelle der bisherigen organisierten Hundertschaften traten Sturmkompanien in der unteren Struktur â diese wurden in der höheren zu Sturmbataillonen und Sturmregimentern zusammengefasst. Organisatorisch wurde die SA von der NSDAP abgenabelt und von einer Parteitruppe in einen Wehrverband umgewandelt. Hitler forderte zudem, dass die NSDAP kein aus dem Hintergrund gesteuerter Geheimbund, sondern eine âmoderneâ, offen agierende Massenpartei werden solle. Daher war es durchaus konsequent, die SA dem Einfluss Hermann Ehrhardts, des FĂŒhrers der Organisation Consul, zu entziehen.cite-ref-30[30]
Hitlerputsch und Flucht
In seiner Funktion als SA-Kommandeur nahm Göring zudem am 9. November 1923 am Hitlerputsch teil. Da er Ă€uĂerst dilettantisch vorbereitet war, konnte er von einer Einheit der bayerischen Landespolizei schnell beendet werden. Göring wurde durch einen Schuss in den Oberschenkel verletzt â einige englischsprachige Autoren sprechen von einem Schuss in die HĂŒfte und einem in die Leistecite-ref-31[31]cite-ref-32[32]cite-ref-33[33] â und von Mitputschisten in den Hof des Hauses ResidenzstraĂe 25 getragen. Der jĂŒdische EigentĂŒmer des Anwesens, Robert Ballin, nahm den stark blutenden Göring bei sich auf. Ballin und seine Frau wurden auf Betreiben Görings nach den Novemberpogromen 1938 aus dem KZ Dachau freigelassen.cite-ref-34[34]
Göring gelang unter Begleitung seiner Frau Carin die Flucht nach Ăsterreich. Aufgrund von Schmerzen erhielt er in einem Innsbrucker Krankenhaus Morphin-Injektionen â der Beginn seines Morphinismus. Als in MĂŒnchen der Hitler-Prozess stattfand, hielt Göring sich nach wie vor in Ăsterreich auf und wurde im April 1924 schlieĂlich aufgefordert, das Land zu verlassen. Er ging nach Italien und hielt sich als BevollmĂ€chtigter Hitlers in Venedig und Rom auf, um Kontakt zu Benito Mussolini aufzunehmen. Görings Ziel war es, Mussolini dazu zu bewegen, die NSDAP finanziell zu unterstĂŒtzen, was jedoch fehlschlug, da Mussolini ihn wegen seiner personellen Nichtigkeit nicht empfing.cite-ref-35[35]
Im FrĂŒhjahr 1925 zog er mit Carin in eine Wohnung in der Odensgatan 23 (heute 27) in Stockholmcite-ref-fontander-36-0[36]cite-ref-stuart-37-0[37] und verfiel hier weiter der Drogensucht. Im August 1925 wurde er in eine Klinik eingewiesen und erlitt nach einer Entziehungskur im Oktober einen RĂŒckfall, weshalb er in die Nervenheilanstalt LĂ„ngbro im Stockholmer Stadtteil Ălvsjö eingeliefert wurde. Schon nach wenigen Wochen konnte Göring die Klinik als geheilt wieder verlassen und erhielt eine Ă€rztliche Bescheinigung, dass er wĂ€hrend der Behandlung nie Anzeichen einer Geisteskrankheit gezeigt habe.cite-ref-38[38]
RĂŒckkehr nach Deutschland
Die vom Reichstag im August 1925 erlassene, nach dem neuen ReichsprĂ€sidenten Paul von Hindenburg benannte Amnestie fĂŒr politische StraftĂ€ter erlaubte Göring die RĂŒckkehr nach Deutschland. Er nahm am 3. und 4. Juli 1926 am NSDAP-Parteitag in Weimar teil, auf dem sich herausstellte, dass man ihn aus der Liste der Parteimitglieder wegen Abwesenheit gestrichen hatte. Göring kehrte nach Schweden zurĂŒck, wo er wegen Morphiummissbrauchs erneut in die Klinik von LĂ„ngbro eingeliefert wurde. Nach 19 Tagen Aufenthalt konnte er die Klinik am 26. September 1927 wieder verlassen. 1929 will er die Droge endgĂŒltig abgesetzt haben.cite-ref-39[39]
Göring kehrte Ende 1927 endgĂŒltig nach Deutschland zurĂŒck und etablierte sich erfolgreich als Vertreter von Zulieferfirmen der Luftfahrtindustrie.cite-ref-40[40] Erneut trat er in die NSDAP und SA ein und knĂŒpfte Kontakte zu alten Fliegerkameraden wie Bruno Loerzer, Ernst Udet und Paul Körner. Der zu Geld gekommene Loerzer stellte ihn dem Vorstandsmitglied der Lufthansa Erhard Milch vor und fĂŒhrte ihn in die âbesseren Kreiseâ ein. Mit Carin wohnte Göring nun in Berlin-Schöneberg und zog nach den Reichstagswahlen vom 20. Mai 1928 in den Reichstag ein. SpĂ€ter wurde er von Hitler zum SA-GruppenfĂŒhrer ernannt. Bei seinen Besuchen in Berlin war Hitler ein hĂ€ufiger Gast bei den Görings. Ab Juni 1929 gehörte Göring dem Aufsichtsrat der Deutsche Luft Hansa AG an. Nach der Reichstagswahl vom 14. September 1930, die der NSDAP betrĂ€chtliche Stimmengewinne einbrachte, ernannte ihn Hitler, der weiter in MĂŒnchen blieb, formell zu seinem âpolitischen Beauftragten in der Reichshauptstadtâ. Göring versuchte, die nationalsozialistische Bewegung in der besseren Gesellschaft hoffĂ€hig zu machen. So veranstaltete er 1931 in seiner Wohnung ein Treffen zwischen Fritz Thyssen, Hjalmar Schacht und Adolf Hitler. Nach diesem Treffen verteilte Thyssen einige Spenden an nationalsozialistische Zeitungen. Vor allem aber unterstĂŒtzte er seinen Freund Hermann Göring, um ihm einen adĂ€quaten Lebens- und Wohnstil zu ermöglichen.cite-ref-41[41] Beide engagierten sich zur gleichen Zeit auch gemeinsam in der antidemokratischen Gesellschaft zum Studium des Faschismus.
Im Sommer 1931 reisten die Görings nach Schweden, wo Carins Mutter am 25. September unerwartet starb. Sie selbst starb wenige Wochen spĂ€ter am 17. Oktober 1931 an Tuberkulose.cite-ref-42[42] Göring nannte spĂ€ter in Andenken an sie sein pompöses Anwesen in der Schorfheide bei GroĂ Schönebeck âCarinhallâ.cite-ref-43[43] Er lieĂ die sterblichen Ăberreste Carins in Schweden exhumieren und nach Carinhall ĂŒberfĂŒhren, wo sie am 20. Juni 1934 im Beisein Hitlers und der Nazi-FĂŒhrung bestattet wurden.
ReichstagsprÀsident 1932
Nachdem in der Reichstagswahl Juli 1932 die NSDAP erstmals zur stĂ€rksten Partei geworden war, konnte sich Göring in der ersten Sitzung des Reichstags am 30. August 1932 bei der Wahl zum ReichstagsprĂ€sidenten gegen die Kandidaten Paul Löbe (SPD), Ernst Torgler (KPD) und Franz Stöhr (NSDAP) durchsetzen. Mit UnterstĂŒtzung der bĂŒrgerlichen Parteien erhielt Göring 367 von 583 gĂŒltigen Stimmen und konnte damit bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit auf sich vereinen.cite-ref-44[44]cite-ref-45[45] Damit hatte die NSDAP zunĂ€chst das dritthöchste Amt in der Weimarer Republik besetzt.
In der Reichstagssitzung vom 12. September 1932 erreichte Göring durch einen Verfahrenstrick, dass trotz einer bereits erlassenen VerfĂŒgung des ReichsprĂ€sidenten Paul von Hindenburg zur Auflösung des Reichstags noch ĂŒber ein Misstrauensvotum gegen das Kabinett Papen abgestimmt werden konnte. Vor Beginn der Abstimmung, als Franz von Papen die wenige Minuten zuvor erlassene und von ihm gegengezeichnete AuflösungsverfĂŒgung Hindenburgs bekanntgeben wollte, ĂŒbersah Göring absichtlich den sich stehend zu Wort meldenden Reichskanzler (dem er zu diesem Zeitpunkt gemÀà Artikel 33 der Reichsverfassung sofort das Wort hĂ€tte erteilen mĂŒssencite-ref-46[46]) und erklĂ€rte die Abstimmung fĂŒr eröffnet. AnschlieĂend verwies er auf die GeschĂ€ftsordnung, wonach wĂ€hrend einer Abstimmung keinerlei Wortmeldungen mehr zulĂ€ssig seien. Mit 513 zu 42 Stimmen sprach der Reichstag dem Kabinett Papen daraufhin das Misstrauen aus. Erst jetzt nahm Göring die AuflösungsverfĂŒgung zur Kenntnis, tat sie aber mit der Bemerkung ab, sie sei von MĂ€nnern gegengezeichnet, denen der Reichstag gerade das Misstrauen ausgesprochen habe.cite-ref-47[47] Da Papen allerdings die Mappe mit der AuflösungsverfĂŒgung noch vor dem Ende der Abstimmung auf Görings Pult gelegt hatte, war der Reichstag dennoch rechtskrĂ€ftig aufgelöst und das Misstrauensvotum formal ungĂŒltig;cite-ref-48[48] das fĂŒr Papen blamable Ergebnis der Abstimmung aber war öffentlich.
Bei den daraufhin fĂŒr den 4. November 1932 ausgeschriebenen Neuwahlen zum Reichstag musste die NSDAP zwar Stimmenverluste hinnehmen, blieb aber die stĂ€rkste Fraktion. Göring wurde erneut mit bĂŒrgerlicher Mehrheit zum ReichstagsprĂ€sidenten gewĂ€hlt. In den folgenden Monaten hatte er entscheidenden Anteil an der Zerschlagung der Weimarer Republik.
Zeit des Nationalsozialismus
Görings Rolle bei der Festigung der NS-Diktatur
Am 30. Januar 1933 ernannte ReichsprĂ€sident von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Dieser holte Göring und Wilhelm Frick als einzige nationalsozialistische Minister in sein Kabinett. Göring wurde Reichsminister ohne GeschĂ€ftsbereich, Reichskommissar fĂŒr das preuĂische Innenministerium und Anfang Februar Reichskommissar fĂŒr Luftfahrt.cite-ref-49[49] Als kommissarischer Innenminister war er Dienstherr der gesamten preuĂischen Polizei. Damit spielte er bei der MachtĂŒbernahme und dem Aufbau des NS-Regimes eine entscheidende Rolle, da man sich nur mittels der Kontrolle ĂŒber die Ordnungsorgane der politischen Gegner entledigen konnte (siehe auch Hilfspolizei). Den ihm vorgesetzten kommissarischen PreuĂischen MinisterprĂ€sidenten Franz von Papen ĂŒberging er. Nach dem RĂŒcktritt von Papens in dieser Funktion rĂŒckte Göring am 11. April 1933 zum MinisterprĂ€sidenten von PreuĂen auf.cite-ref-50[50]
Bereits am 17. Februar 1933 hatte er die Polizeibeamten angewiesen, mit ânationalen VerbĂ€ndenâ (SA, SS und Stahlhelm), âin deren Kreisen die wichtigsten staatserhaltenden KrĂ€fte vertreten sind, das beste Einvernehmen herzustellenâ. Zeitgleich formulierte er wörtlich: âPolizeibeamte, die in AusĂŒbung dieser Pflichten (gegen staatsfeindliche Organisationen) von der SchuĂwaffe Gebrauch machen, werden ohne RĂŒcksicht auf die Folgen des SchuĂwaffengebrauchs von mir gedecktâ.cite-ref-51[51] Dies bedeutete praktisch die Anordnung eines SchieĂbefehls (âSchieĂerlassâ) und beinhaltete die unverhohlene Aufforderung zu politischer WillkĂŒr zum Nutzen der NSDAP. Den regulĂ€ren Polizeieinheiten wies Göring mit Erlass vom 22. Februar zusĂ€tzlich SA- und SS-Einheiten als Hilfspolizei zu. Nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 wurden die Grundrechte auĂer Kraft gesetzt: Nun begann ein ungehemmter Terror gegen echte und vermeintliche Gegner des neuen Regimes, der bis zu den Reichstagswahlen im MĂ€rz 1933 anhielt.cite-ref-52[52] Auf Görings Initiative hin wurden nun die ersten Konzentrationslager eingerichtet, in denen Polizei und SA festgenommene Oppositionelle inhaftierten.
Im April 1933 wurde Göring preuĂischer MinisterprĂ€sident. Um sich eine eigene Machtbasis unabhĂ€ngig von der Partei zu verschaffen, löste er mit Erlass vom 26. April 1933 die PreuĂische Geheimpolizei aus dem Polizeiapparat heraus und schuf das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa), welches ihm direkt unterstellt war. Das Gestapa war gegenĂŒber allen preuĂischen Polizeidienststellen weisungsbefugt und unterstand seinem Vertrauten Rudolf Diels, der bereits zur Zeit der Weimarer Republik im preuĂischen Innenministerium mit der BekĂ€mpfung des Kommunismus befasst gewesen war. Am 20. April 1934 ĂŒbertrug Göring das Amt Heinrich Himmler, blieb aber formell Chef der Gestapo.cite-ref-53[53]
Im Juni 1933 gehörte Göring zu den GrĂŒndungsmitgliedern der nationalsozialistischen Akademie fĂŒr Deutsches Recht Hans Franks.cite-ref-54[54]
Der linkssozialistische Rote StoĂtrupp berichtete 1933 mehrfach ĂŒber Korruption, LĂŒgen und Prunkgehabe Görings. Dieser lieĂ daraufhin erfolglos in eigenen Reihen nach GeheimnisverrĂ€tern fahnden. Er erkannte nicht, dass der Hausmeister seiner Dienstvilla Sozialdemokrat und Vertrauter von Rudolf KĂŒstermeier war. 1934 setzte sich Göring dafĂŒr ein, dass der Prozess gegen die FĂŒhrungsriege der Widerstandsgruppe vom Leipziger Reichsgericht an den Volksgerichtshof verlegt wurde.cite-ref-55[55]
Im Juni 1934 ĂŒbernahm Göring eine SchlĂŒsselrolle bei der Ermordung von Ernst Röhm und etwa 200 weiteren Personen. Gemeinsam mit Hitler und anderen Spitzen des Regimes hatte er zuvor eine âReichslisteâ der zu Ermordenden und Festzunehmenden verfasst. Von seinem BĂŒro im MinisterprĂ€sidentenpalais in Berlin, Leipziger StraĂe aus koordinierte er vor allem die EinsĂ€tze in der Hauptstadt.cite-ref-56[56] Der ihm unterstellte persönliche Polizeiapparat, vor allem KrĂ€fte der Gestapo, in Koordination mit der SS und dem Sicherheitsdienst der NSDAP, nahm an den Verhaftungen und ErschieĂungen aktiv teil.cite-ref-57[57] Mit der Ermordung zahlreicher FĂŒhrungskrĂ€fte der SA und weiterer prominenter Persönlichkeiten, zu denen unter anderem der frĂŒhere Reichswehrminister und Reichskanzler Kurt von Schleicher zĂ€hlte, beseitigten die KrĂ€fte der SS, des SD und der Gestapo Kritiker und mögliche Kontrahenten der nationalsozialistischen Macht. Zwischen 150 und 200 Personen wurden zur eigenen Machtsicherung in diesen Tagen ermordet. Mit seinem BĂŒropersonal in Berlin hatte er die AktualitĂ€t der Listen ĂŒberwacht, vervollstĂ€ndigt und darin abgezeichnet, welche Persönlichkeiten inzwischen liquidiert waren.
Als ReichstagsprĂ€sident verlas Göring am 15. September 1935 vor dem nach NĂŒrnberg einberufenen Reichstag die NĂŒrnberger Gesetze, welche einstimmig angenommen wurden.cite-ref-58[58]
Göring war bei der Bevölkerung (vor dem Bombenkrieg) populĂ€r.cite-ref-59[59] Seine Yacht Carin II nutzte er ab 1937 intensiv als Propagandainstrument, um sich volksnah zu inszenieren. Sein Hang zu Pompösem und zu prunkvollen Uniformen brachte ihm den Spitznamen âLametta-Heiniâ ein.
Reichsminister der Luftfahrt
Am 30. Januar 1933 wurde Göring von Hitler zum Reichskommissar fĂŒr den Luftverkehr bestellt. Am 2. Februar folgte die Umbenennung des Amts in Reichskommissar fĂŒr die Luftfahrt. In dieser Funktion verfĂŒgte Göring Ende MĂ€rz den Zusammenschluss sĂ€mtlicher Luftsportorganisationen zum Deutschen Luftsportverband.
Im Zuge der Umwandlung des Reichskommissariats fĂŒr Luftfahrt in das Reichsluftfahrtministerium wurde Göring am 5. Mai 1933 Reichsminister der Luftfahrt. Am 30. August wurde Göring von ReichsprĂ€sident Hindenburg der Charakter eines Generals der Infanterie verliehen,cite-ref-60[60] was ein Ăberspringen von fĂŒnf RĂ€ngen bedeutete, da er als Hauptmann aus der Reichswehr ausgetreten war. Dies sollte ihm in militĂ€rischen Kreisen eine gewisse AutoritĂ€t beim Aufbau der Luftwaffe verschaffen. ZunĂ€chst wurde dieser Aufbau verdeckt vorbereitet. Piloten wurden an den Deutschen Verkehrsfliegerschulen ausgebildet, die als zivile Organisationen getarnt waren.
Erlass zum Tierschutz
Am 16. August 1933 verbot Göring als preuĂischer MinisterprĂ€sident per Erlass die Vivisektion âan Tieren aller Artâ fĂŒr das preuĂische Staatsgebiet. Zugleich drohte Göring âPersonen, die trotz des Verbotes die Vivisektion veranlassen, durchfĂŒhren oder sich daran beteiligenâ, dass sie âins Konzentrationslager abgefĂŒhrtâ werden, wie die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz am nĂ€chsten Tag berichtete.cite-ref-klueting-83f-61-0[61]cite-ref-62[62] Am 3. September erschien dazu im Kladderadatsch eine Karikatur: Der uniformierte Göring schreitet eine Parade von potenziellen Labortieren ab, die seinen HitlergruĂ erwidern, darunter der Text âHeil Göring!â.cite-ref-63[63]
Bereits nach zwei Wochen folgte ein neuer Runderlass fĂŒr PreuĂen, laut dem es kaum noch strafbare FĂ€lle von Vivisektion gab.cite-ref-klueting-83f-61-1[61] Görings Erlass vom 16. August 1933 gilt dennoch als wegweisend fĂŒr das Reichstierschutzgesetz vom 24. November 1933, das bis 1972 gĂŒltig blieb.cite-ref-klueting-83f-61-2[61] Der Tierschutz spielte eine Rolle in der Ideologie der Nationalsozialisten (siehe Tierschutz im Nationalsozialismus).cite-ref-64[64]
ReichsjÀgermeister und Reichsforstmeister
1934 wurde Göring ReichsjĂ€germeister, Reichsforstmeister und Oberster Beauftragter fĂŒr den Naturschutz. In ersterer Funktion setzte er das Reichsjagdgesetz vom 3. Juli 1934 durch (es gilt im Wesentlichen bis heute). Auf vielen Fotos ist er mit einer Anstecknadel an der Oberbekleidung (etwa an Revers oder Krawattenknoten), der âReichsjĂ€germeisternadelâ, zu sehen (einer goldenen, mit Edelsteinen bestĂŒckten Nadel).cite-ref-nadel-65-0[65] Um seiner Jagdleidenschaft nachgehen zu können, lieĂ er seine beiden Landsitze inmitten von Wald errichten â ab 1933 Carinhall in der Schorfheide und 1936 den ReichsjĂ€gerhof Rominten in der Rominter Heide. Er förderte die AbbildzĂŒchtung des Auerochsen und Tarpans.cite-ref-66[66]
Designierter Nachfolger des FĂŒhrers und zweite Ehe
Hitler ernannte Göring mehrmals zu seinem Nachfolger, zuerst geheim im Dezember 1934.cite-ref-67[67] Seit dem 13. Dezember 1934 gab es ein geheimes Gesetz ĂŒber den Nachfolger des FĂŒhrers und Reichskanzlers, laut dem Hitler seinen Nachfolger selbst bestimmen konnte, solange es keine neue Verfassung gab. Sechs Tage danach â in einem Geheimerlass vom 19. Dezember 1934, der in einer spĂ€teren Abschrift auf den 7. Dezember 1934 zurĂŒckdatiert wurde â bestimmte Hitler fĂŒr den Fall seines Todes Göring als seinen Nachfolger: Göring habe âunmittelbar nach meinem Tode die Mitglieder der Reichsregierung, die Wehrmacht des Deutschen Reiches sowie die Formationen der SA und SS auf seine Person zu vereidigenâ. Von diesem Geheimerlass gab es drei Exemplare, die bei Hitler, dem Reichswehrminister Werner von Blomberg und dem Chef der Reichskanzlei Hans Heinrich Lammers verwahrt wurden. Göring sagte im NĂŒrnberger Prozess aus, er selbst sei damals nur mĂŒndlich informiert worden. Die ĂŒbrigen Reichsminister wurden im Jahr 1936 informiert. Göring lieĂ es sich nicht nehmen, die Nachfolgeregelung diskret anderen Personen mitzuteilen.cite-ref-kube-71ff-68-0[68] Er prĂ€sentierte sich gelegentlich gegenĂŒber auslĂ€ndischen Diplomaten als âFĂŒhrer- und Reichskanzler-Nachfolgerâ, um sich selbst politisch aufzuwerten.cite-ref-69[69]
Ein weiterer FĂŒhrererlass vom 23. April 1938 bekrĂ€ftigte Görings Status als designierter Nachfolger Hitlers.cite-ref-kube-71ff-68-1[68]
In seiner Rede vor dem Deutschen Reichstag am 1. September 1939 anlĂ€sslich des Ăberfalls auf Polen erklĂ€rte Hitler: âSollte mir im diesem Kampfe nun etwas zustoĂen, dann ist mein erster Nachfolger Parteigenosse Göring. Sollte Parteigenossen Göring etwas zustoĂen, ist der nĂ€chste Nachfolger Parteigenosse HeĂ.âcite-ref-70[70]
Bei Georg Elsers Sprengstoffattentat am 8. November 1939 war Göring nicht anwesend und Hitler entkam nur um Minuten. Guido Knopp schrieb dazu: âWĂ€re es Elser gelungen, Hitler zu töten, so hĂ€tte Göring dessen Nachfolge angetreten. Vielleicht hĂ€tte er in Ăbereinstimmung mit konservativen MilitĂ€rkreisen den Krieg beendet.âcite-ref-71[71]
Mit einem Erlass vom 29. Juni 1941 weitete Hitler die Regelung auf den Fall aus, âdaĂ ich durch Erkrankung oder andere Ereignisse in der ErfĂŒllung meiner Aufgaben, wenn auch nur vorĂŒbergehend, behindert bin, ohne in der Lage zu sein, ĂŒber die AusĂŒbung meiner Befugnisse wĂ€hrend der Zeit meiner Behinderung besondere Anweisungen zu treffenâ. FĂŒr den Fall einer solchen âBehinderungâ bestimmte er Göring als Stellvertreter âin allen meinen Ămternâ.cite-ref-72[72] Auf diesen Erlass berief sich Göring, als er am 23. April 1945 in Berchtesgaden die Macht zu ĂŒbernehmen versuchte.cite-ref-73[73] Ein weiterer Erlass vom 29. Juni 1941 bestimmte nochmals Göring als Nachfolger fĂŒr den Fall des Todes. Beide Erlasse wurden im FĂŒhrerhauptquartier von Hitler und Reichskanzlei-Chef Lammers unterzeichnet.cite-ref-74[74]cite-ref-75[75]
Am 10. April 1935 heiratete Göring in zweiter Ehe die Schauspielerin Emmy Sonnemann. Hitler war bei dieser Hochzeit Trauzeuge. Mit Emmy hatte er eine Tochter, Edda Göring (1938â2018). Nach seinen persönlichen Tagebuchaufzeichnungen sollte der ReichsjĂ€gerhof Rominten ursprĂŒnglich Emmyhall heiĂen.cite-ref-76[76]
Oberbefehlshaber der Luftwaffe
Hitler befahl am 26. Februar 1935 Göring als Reichsminister der Luftfahrt, eine Luftstreitkraft aufzubauen, obwohl dies laut dem Versailler Vertrag nach wie vor verboten war.cite-ref-77[77] Am 1. Mai 1935 wurde die Luftwaffe offiziell gegrĂŒndet. Göring, bisher ein General der Infanterie, wurde zum General der Flieger umernannt und war nun Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Zu Hitlers Geburtstag am 20. April 1936 wurde er zum Generaloberst befördert.
Ab 1936 unterzog Göring die wiederaufgerĂŒstete Luftwaffe einem ersten BewĂ€hrungstest, als er die Legion Condor in einer verdeckten Operation zugunsten von Francisco Franco im Spanischen BĂŒrgerkrieg einsetzte (Operation Feuerzauber) FĂŒr den Luftangriff auf Guernica am 26. April 1937 war hauptsĂ€chlich die Legion Condor verantwortlich.
Leiter des Vierjahresplans
Am 18. Oktober 1936 wurde Göring zum Beauftragten fĂŒr den Vierjahresplan ernannt. Damit war er faktisch Wirtschaftsdiktator in Deutschland. Ein Ziel der Kriegsvorbereitungspolitik war, die AuslandsabhĂ€ngigkeit bei Eisen und Stahl auf ein Minimum zu reduzieren. Zur Ausbeutung geringwertiger Eisenerzecite-ref-78[78] wurden am 15. Juli 1937 die Reichswerke Hermann Göring gegrĂŒndet. Damit sollten âkriegswirtschaftliche Erfordernisse gesichert werden, was nur ungenĂŒgende Profitchancen fĂŒr das Privatkapital botâ.cite-ref-79[79] Den Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht verdrĂ€ngte er schnell. Von November 1937 bis Februar 1938 fungierte er selbst in diesem Amt und gestaltete das Ministerium in ein bloĂes Exekutivorgan seiner Vierjahresplanbehörde um.cite-ref-80[80]
Die Reichswerke Hermann Göring (HGW) waren neben der I.G. Farben und den Vereinigten Stahlwerke der gröĂte deutsche Konzern im nationalsozialistischen Deutschen Reich. FĂŒr die historische Betrachtung der Zwangsarbeit im âDritten Reichâ sind die HGW von zentraler Wichtigkeit. In den HGW wurden auf Grundlage eines ausufernden Lager- und Verwaltungssystems alle Formen von Zwangsarbeit in Höchstzahlen angewendet, dies schloss die groĂangelegte Ausbeutung von KZ-HĂ€ftlingen mit ein. Das Unternehmen war 1944 der gröĂte europĂ€ische Stahlkonzern.cite-ref-81[81]
Generalfeldmarschall
Gemeinsam mit Reinhard Heydrich inszenierte Göring Anfang 1938 gegen die Wehrmachtsspitze, Kriegsminister Werner von Blomberg und den Oberbefehlshaber des Heeres Werner von Fritsch eine Intrige, die sich zur Blomberg-Fritsch-Krise auswuchs. Der eigentliche Hintergrund war, dass beide in mehreren FĂŒhrerbesprechungen kritische Positionen zu den von Adolf Hitler vorgetragenen Kriegszielen zum Ausdruck gebracht hatten. In Folge nötigte er Blomberg zum RĂŒcktritt, offenbar in der Hoffnung, den Oberbefehl ĂŒber die Wehrmacht von ihm ĂŒbernehmen zu können. SchlieĂlich ĂŒbernahm Hitler diesen selbst, und Göring wurde am 4. Februar 1938 zum Generalfeldmarschall befördert.cite-ref-82[82] Nach Blombergs RĂŒcktritt war Göring bis zum 19. Juli 1940 der einzige TrĂ€ger dieses Dienstgrades und wurde somit zum ranghöchsten Offizier der Wehrmacht.
Ăsterreich, Sudetenland, Rest-Tschechei und MĂŒnchner Konferenz
WĂ€hrend sich Göring bereits im September 1937 bei einem Besuch des italienischen Duce Benito Mussolini in Deutschland damit brĂŒstet, dass Ăsterreich zum Deutschen Reich gehöre,cite-ref-83[83] schwang er sich wenige Monate spĂ€ter, im FrĂŒhjahr 1938 zum Hauptakteur der deutschen Okkupation des Nachbarlandes auf. Nicht nur das die NSDAP seit 1934 massiv Geld, personelle und ideologische UnterstĂŒtzung, vor allem durch die âHeim-ins-Reich-Propagandaâ in das Land investiert hatte, ihr war es auch gelungen, wichtige Schaltstellen innerhalb Ăsterreich zu besetzen, ĂŒber die der geplante Umsturz gesteuert werden konnte. Vor allem trieben Göring zwei Faktoren in besonderer Weise an. Dringend benötigte er einen âErfolgâ, da sein Platz in der NS-Riege bereits sehr infrage gestellt war. Den sah er als Chef des Vierjahresplanes vor allem bei Ăsterreich in den Ausbeutungsmöglichkeiten der Wirtschaft fĂŒr die deutsche RĂŒstungsindustrie.cite-ref-84[84] Aber er verfolgte damit auch private Interessen, die durch seine Entwicklung in der Jugendzeit und bestehende familiĂ€re Bindungen geprĂ€gt waren. Zwar meinte er intern Hitlers KriegsplĂ€nen skeptisch gegenĂŒber zu stehen, da er deren Erfolgsaussichten bezweifle,cite-ref-85[85] Ă€uĂerte sich jedoch auf einer Besprechung mit Luftfahrtindustriellen auf seinem reprĂ€sentativen Anwesen Carinhall am 8. Juli 1938 ganz anders:
âWir mĂŒssen uns ganz klar darauf einstellen. Ich glaube, so wie die Lage ist, ist es zu 10, zu 15 % so, daĂ sich irgendwie die Sache verhĂ€ltnismĂ€Ăig noch in kleineren Aktionen lösen kann. Aber zu 80, 85, 90 % bin ich ĂŒberzeugt, daĂ es doch einmal einen gröĂeren Kladderadatsch geben wird und daĂ wir dann einmal den groĂen Kampf machen mĂŒssen, den ich nicht scheue. Es kommt nur darauf an, daĂ nicht wieder schlapp gemacht wird. [âŠ] Dann ist Deutschland die erste Macht der Welt, dann gehört Deutschland der Markt der Welt, dann kommt die Stunde, wo Deutschland reich ist. Aber man muĂ was riskieren, man muĂ was einsetzen.âcite-ref-86[86]
1938, wĂ€hrend der Sudetenkrise, arrangierte er hinter dem RĂŒcken des AuĂenministers Joachim von Ribbentrop gemeinsam mit dem italienischen faschistischen Diktator Benito Mussolini die MĂŒnchner Konferenz, in der die Vertreter der Entente und ihrer VerbĂŒndeten im Ersten Weltkrieg (Italien, GroĂbritannien und Frankreich) â unter Abwesenheit der nichtgeladenen Tschechoslowakei â zur EnttĂ€uschung Hitlers nachgaben, um einen möglichen Krieg zu verhindern. Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs wurde Göring deswegen auĂenpolitisch kaltgestellt, um nicht noch einmal Hitlers PlĂ€ne zu stören.cite-ref-87[87]
Novemberpogrome 1938
Ein treibender Faktor in der eskalierenden antisemitischen Politik des NS-Regimes war Göring nicht, auch wenn er sich ihr nicht in den Weg stellte. Anders als viele andere Nationalsozialisten sah er die gröĂte Gefahr fĂŒr Deutschland nicht im Weltjudentum, sondern in der Sowjetunion. Die âJudenfrageâ sah er vor allem unter ökonomischen Gesichtspunkten.cite-ref-88[88] Dies zeigte sich nach den Novemberpogromen, als er am 12. November eine Sitzung im Reichsluftfahrtministerium einberief, um MaĂnahmen zu beschlieĂen, mit denen die reichsdeutschen Juden enteignet und zur Auswanderung gezwungen werden sollten. So schlug er vor, als Rache fĂŒr das Attentat Herschel Grynszpans auf den deutschen LegationssekretĂ€r Ernst Eduard vom Rath den deutschen Juden eine Judenvermögensabgabe in Höhe von einer Milliarde Reichsmark aufzuerlegen. Durch die Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben und die Verordnung ĂŒber den Einsatz des jĂŒdischen Vermögens sorgte er dafĂŒr, dass die wilde Arisierung staatlich geregelt und forciert wurde.cite-ref-89[89] Die Ausschreitungen, bei denen ĂŒber 1.400 Synagogen zerstört, unzĂ€hlige GeschĂ€fts- und Wohnungseinrichtungen jĂŒdischer BĂŒrger zerstört worden waren und 400 Tote zu beklagen waren, kommentierte er, es wĂ€re ihm lieber gewesen, wenn â200 Juden erschlagenâ worden wĂ€ren, statt âsolche Werteâ zu vernichten.cite-ref-90[90]
Am 11. Februar 1939 wurde auf Weisung Görings die Reichszentrale fĂŒr jĂŒdische Auswanderung in Berlin eingerichtet, um die erzwungene Auswanderung der Juden aus dem ganzen Reich zu beschleunigen. Im selben Jahr âerbteâ er von der âhalbjĂŒdischen Familieâ seines 1934 verstorbenen Patenonkels Hermann Epenstein die in Ăsterreich gelegene Burg Mauterndorf, auf der er einen Teil seiner Jugend verbracht hatte, siehe #Kindheit und Jugend. Noch ein Jahr zuvor hatte er dieser Familie fĂŒr 15.000 RM eine arisierte Firma zugeschanzt.cite-ref-91[91]
Göring als Reichsmarschall und Beteiligter des Holocaust
Bis zum Westfeldzug im Mai und Juni 1940 wurde Göring als Held der Luftwaffe gefeiert. Nach dem Sieg ĂŒber Frankreich ernannte Hitler am 19. Juli 1940 zwölf GenerĂ€le (neun Heer, drei Luftwaffe) zum Generalfeldmarschall. Göring beförderte er im selben Monat von diesem Rang zum Reichsmarschall des GroĂdeutschen Reiches, ein eigens fĂŒr ihn geschaffener, höchster Dienstgrad. In diese Zeit fĂ€llt auch seine Freundschaft zu seinem italienischen Amtskollegen Italo Balbo.
Görings Beteiligung an der Vorbereitung und DurchfĂŒhrung des Holocaust ist durch einen Befehl vom 31. Juli 1941 belegt, dessen Echtheit er auch im NĂŒrnberger Prozess bestĂ€tigte.cite-ref-92[92] In diesem beauftragte er Reinhard Heydrich, alle notwendigen Vorbereitungen zur âEndlösung der Judenfrageâ zu treffen und einen âGesamtentwurfâ hierfĂŒr zu erarbeiten. Im Dezember 1941 berief dieser fĂŒr den 20. Januar 1942 die Wannseekonferenz ein, an der 15 hochrangige Vertreter des NS-Regimes teilnahmen (Göring nicht). Im NĂŒrnberger Prozess stritt Göring jede Verantwortung und Kenntnis ĂŒber den Holocaust ab. Nachdem ihm ein Film ĂŒber ein Konzentrationslager gezeigt worden war, sagte er, er habe die genauen ZustĂ€nde in den Lagern nicht gekannt; die Darstellungen im Film halte er fĂŒr ĂŒbertrieben.
Ausbeutung besetzter Gebiete
In seiner Funktion als Beauftragter fĂŒr den Vierjahresplan organisierte Göring die wirtschaftliche Ausbeutung der besetzten Gebiete. Dass dem von ihm mitverantworteten Hungerplan Millionen von Menschen zum Opfer fallen wĂŒrden, bezeichnete er als notwendig und erwĂŒnscht. So sagte er am 25. November 1941 dem italienischen AuĂenminister Graf Ciano: âIn diesem Jahr werden 20 bis 30 Millionen Menschen in Russland verhungern. Vielleicht ist es gut so, da bestimmte Völker dezimiert werden mĂŒssen.âcite-ref-93[93] Die tatsĂ€chlichen Todesopfer der Hungerpolitik werden in der Forschung auf vier bis sieben Millionen Zivilisten geschĂ€tzt,cite-ref-94[94]cite-ref-95[95]cite-ref-96[96] hinzu kommen etwa 2,6 Millionen verhungerte kriegsgefangene Rotarmisten.cite-ref-97[97]
Im NĂŒrnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher bestĂ€tigte er, sich in einer Besprechung mit den Reichskommissaren fĂŒr die besetzten Gebiete am 6. August 1942 in Bezug auf das besetzte Frankreich unter anderem wie folgt geĂ€uĂert zu haben:
Hermann Göring und die Kunst
Göring war als Sammler von Kunstwerken bekannt und berĂŒchtigt.cite-ref-99[99] Es gab einen maĂgeblich durch Spenden deutscher GroĂindustrieller gespeisten âKunstfondsâ.cite-ref-haase-100-0[100] Durch Raub und Erpressung, aber auch durch Kauf hĂ€ufte er ĂŒber 4.000 Kunstobjekte an. Allein in Italien nahmen die EinkĂ€ufe Görings und Hitlers derartige AusmaĂe an, dass die Regierung den Verkauf von KunstschĂ€tzen an Nicht-Italiener im September 1941 per Dekret verbot.cite-ref-101[101] FĂŒr die Sammlung wollte Göring seinen Landsitz Carinhall in der Schorfheide bei Berlin in ein Museum, die Norddeutsche Galerie, umwandeln.
Görings Sammelschwerpunkt war die Kunst des Mittelalters und der Renaissance.cite-ref-102[102] Er arbeitete mit dem fĂŒr Kunstraub bekannten Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) zusammen, der fĂŒr ihn auch TauschgeschĂ€fte durchfĂŒhrte. Dabei tauschten Rosenbergs Leute beschlagnahmte Werke der Moderne gegen GemĂ€lde alter Meister ein.cite-ref-103[103] Zudem setzte er auch eine eigene Organisation, die âDevisenschutzkommandosâ ein, die in seinem Auftrag in besetzten Gebieten Kunst beschlagnahmte. FĂŒr ihn besorgten der KunsthĂ€ndler Walter Andreas Hofer und der ERR-Mitarbeiter Bruno Lohse auch Bilder aus beschlagnahmtem jĂŒdischem Besitz. Seiner Bau- und Sammelleidenschaft kam eine ihm 1943 von Hitler gewĂ€hrte Dotation in Höhe von 6 Millionen Reichsmark sehr zustatten.cite-ref-104[104] Von der PreuĂischen Schlösserverwaltung entlieh sich Göring ein GemĂ€lde von August Weber â es tauchte nie wieder auf.
Im Juni 1942 weihte er die nach ihm benannte Hermann-Göring-Meisterschule fĂŒr Malerei in Kronenburg (Eifel) ein.cite-ref-105[105] Ebenfalls 1942 wurde wĂ€hrend der deutschen Besatzung der Niederlande eine Jan Vermeer-FĂ€lschung Christus und die Ehebrecherin an Göring verkauft, obwohl dieses Bild leicht als FĂ€lschung hĂ€tte erkannt werden können, da es mit Kobaltblau eine Farbe enthielt, die es zu Vermeers Zeit noch nicht gab.cite-ref-106[106]
Im FrĂŒhjahr 1945 wurden viele KunstgĂŒter der Sammlung nach Bayern transportiert; bei Berchtesgaden wurden sie von vorrĂŒckenden Truppen der United States Army (101st Airborne Division) sichergestellt.cite-ref-haase-100-1[100] Ăber das 1945 von der Monuments, Fine Arts, and Archives Section (Monuments Men) erstellte Verzeichnis hinaus gab es spĂ€ter bedeutende Nachforschungsprojekte, die sich auch der Provenienzforschung widmeten.cite-ref-107[107]cite-ref-108[108]cite-ref-109[109] Das erste vollstĂ€ndige Bestandsverzeichnis der Kunstsammlung Hermann Görings stellte 2009 die US-Amerikanerin Nancy H. Yeide zusammen.cite-ref-110[110]cite-ref-111[111]cite-ref-112[112] 2015 wurde im Archiv des französischen AuĂenministeriums eine komplette Liste mit den von Hermann Göring in Carinhall gehorteten Kunstwerken, der sog. Göring-Katalog, aufgefunden und veröffentlicht.cite-ref-113[113]cite-ref-114[114]
AllmÀhlicher Bedeutungsverlust
WĂ€hrend der Luftschlacht um England (ab Mitte 1940) fiel Göring wegen seiner katastrophalen Strategie mehr und mehr in Ungnade. 1942 verlor er weiter an Einfluss, als seine Luftwaffe den verheerenden Luftangriffen etwa auf LĂŒbeck und auf Rostock und dem Tausend-Bomber-Angriff auf Köln kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Vor dem Krieg soll Göring angegeben haben, er wolle âMeier heiĂen, wenn auch nur ein einziges feindliches Flugzeug die deutsche Grenze ĂŒberfliegenâ werde. Ein Nachweis fĂŒr dieses Zitat findet sich zwar nirgends, doch es wurde ihm jetzt höhnisch vorgehalten, und er bekam den Spitznamen âHermann Meierâ.cite-ref-115[115] Göring lieĂ sich bei Hitlers Lagebesprechungen hĂ€ufig vertreten, reiste viel umher und widmete sich seiner Sammel- und Jagdleidenschaft; an der Entwicklung des Krieges nahm er nur noch wenig Anteil.
Göring war auch mitverantwortlich fĂŒr das Debakel in der Schlacht von Stalingrad, weil er Hitler wider besseres Wissen zusagte, die Luftwaffe könne die eingeschlossene 6. Armee aus der Luft versorgen, was nicht funktionierte, weil die Piloten zu unerfahren und die Flugzeuge wegen des Wetters zu langsam waren.cite-ref-116[116]
Am 23. Juli 1944, drei Tage nach dem Attentat vom 20. Juli 1944, ordnete Göring nach Absprache mit Hitler an, dass fĂŒr alle Wehrmachtsteile kĂŒnftig nur noch der HitlergruĂ als Ehrenbezeigung zulĂ€ssig sei.cite-ref-117[117]
Entmachtung
Am 20. April 1945 verlieĂ Göring nach dem offiziellen Geburtstagsempfang fĂŒr Adolf Hitler Berlin in Richtung Berchtesgaden. Er verabschiedete sich von Hitler mit der BegrĂŒndung, dass in SĂŒddeutschland wichtige Aufgaben auf ihn warteten.cite-ref-118[118]
Laut Aussagen von Helmut von Hummel, PrivatsekretĂ€r und Stellvertreter Bormanns auf dem Obersalzberg, habe Göring einen Tag vorher ein Telegramm von einem Flugplatz in der NĂ€he Berlins an die neue Reichskanzlei gesendet.cite-ref-0-119-0[119] Laut eigenen Aussagen bot von Hummel daraufhin an, das Telegramm noch einmal per Funk direkt in den FĂŒhrerbunker zu senden.cite-ref-0-119-1[119] Am 23. April 1945 gegen 1 Uhr nachts setzte von Hummel, im Auftrag Görings, den Funkspruch an Hitler abcite-ref-0-119-2[119] (siehe auch: Göring-Telegramm), und Göring teilte darin mit, General Karl Koller habe ihm aus zweiter Hand zugetragen, dass Hitler fĂŒr allfĂ€llige Verhandlungen auf Göring verwiesen und dabei betont habe, Göring sei dazu leichter in der Lage als er selbst. Falls bis 22 Uhr keine Antwort eintreffe, mĂŒsse er schlieĂen, âdass Sie Ihrer HandlungsfĂ€higkeit beraubt sindâ. Er werde sich dann verpflichtet fĂŒhlen, gemÀà dem Erlass von 1941 als Stellvertreter des FĂŒhrers zu handeln. Zuvor soll Göring noch die ursprĂŒngliche Uhrzeit des Ultimatums von 20.00 Uhr auf 22:00 Uhr verlĂ€ngert haben.cite-ref-0-119-3[119] Als Hitler bis zum Nachmittag nicht reagierte, schickte Göring ein zweites Telegramm, in dem er nachfragte: âMein FĂŒhrer, sind Sie einverstanden, dass ich nach Ihrem Entschluss, in Berlin zu bleiben und Berlin zu verteidigen, auf Grund des Gesetzes vom 29. Juni 1941 nunmehr die GesamtfĂŒhrung des Reiches ĂŒbernehme?â Er kĂŒndigte nochmals an, dass er ânach eigenem Ermessenâ handeln werde, falls er bis 22 Uhr keine Antwort erhalte.cite-ref-120[120]
Hitler interpretierte dies als versuchten Putsch und unterzeichnete einen von Martin Bormann aufgesetzten Funkspruch, wonach der Reichsmarschall seiner Ămter enthoben und sofort wegen Hochverrats zu verhaften sei.cite-ref-121[121] Göring wurde daraufhin auf dem Berghof von der dortigen SS-Kommandantur festgesetzt. Der Ăffentlichkeit gegenĂŒber wurden die wahren UmstĂ€nde verschleiert. Am 25. April meldete der GroĂdeutsche Rundfunk, Göring sei wegen Herzproblemen von all seinen Ămtern zurĂŒckgetreten.cite-ref-122[122] In den Innsbrucker Nachrichten vom 28. April war zu lesen:
âReichsmarschall Hermann Göring, der bereits seit lĂ€ngerer Zeit an einem schweren, jetzt in ein akutes Stadium getretenen Herzleiden erkrankt ist, hat den FĂŒhrer gebeten, ihn von seinen Funktionen als Oberbefehlshaber der Luftwaffe zu entbinden. Der FĂŒhrer hat dieser Bitte stattgegeben und Generaloberst Ritter von Greim unter gleichzeitiger Ernennung zum Generalfeldmarschall zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt.âcite-ref-123[123]
In seinem politischen Testament vom 29. April 1945 stieĂ Hitler Göring aus der NSDAP aus und entzog ihm âalle Rechte, die sich aus dem Erlass vom 29. Juni 1941 sowie aus meiner ReichstagserklĂ€rung vom 1. September 1939 ergeben könntenâ. An Görings Stelle ernannte er GroĂadmiral Karl Dönitz zu seinem Nachfolger als ReichsprĂ€sident und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht.cite-ref-124[124] Bormann hatte dem zustĂ€ndigen SS-Offizier auf dem Obersalzberg, Bernhard Frank, befohlen, Göring nach dem Fall der Reichshauptstadt Berlin hinzurichten.cite-ref-125[125]
Gefangennahme und Prozess
Nach seiner Befreiung aus der Haft fuhr Göring am 7. Mai 1945 in Richtung Burg Mauterndorf (Ăsterreich). Da es unsicher war, ob es den sowjetischen StreitkrĂ€ften nicht doch noch gelingen wĂŒrde, ins Murtal, also bis in den Salzburger Lungau vorzustoĂen, floh er nach Schloss Fischhorn im Salzburger Pinzgau und begab sich in die HĂ€nde der 36. US-Infanteriedivision (7. US-Armee) unter dem Kommando von Brigadegeneral Robert Stack. Zuvor hatte sein Adjutant Oberst Bernd von Brauchitsch die Gefangennahme ausgehandelt. Bei seiner Festnahme durch die Alliierten trug er zwei Koffer mit Paracodintabletten bei sich, die er suchtmĂ€Ăig konsumierte, nachdem er sie 1937 gegen Zahnschmerzen genommen hatte.cite-ref-126[126]cite-ref-127[127] Die US-GenerĂ€le John Dahlquist und William W. Quinn vernahmen Göring. Dabei geschossene Pressefotos sorgten spĂ€ter in der amerikanischen Bevölkerung fĂŒr Unmut, da sie eine zu ungezwungene GesprĂ€chsatmosphĂ€re mit Göring suggerierten.cite-ref-128[128]
Göring erwartete, dass man mit ihm als offiziellem Vertreter des besiegten NS-Regimes ĂŒber die Kapitulation verhandeln wĂŒrde.cite-ref-129[129] Am 9. Mai gab er im Hauptquartier der 7. US-Armee in KitzbĂŒhel eine Pressekonferenz fĂŒr die internationale Presse.cite-ref-130[130] Der Oberkommandierende der amerikanischen Truppen in Europa, General Dwight D. Eisenhower, war empört ĂŒber dieses Benehmen: Er lieĂ die Berichte beschlagnahmen und befahl, Göring ins GefĂ€ngnis zu bringen. Dort wurde er auf DiĂ€t gesetzt und von seiner Drogensucht entwöhnt.
Am 21. Mai 1945 wurde Göring in Begleitung seiner Frau Emmy und seiner Tochter Edda in das geheime US-Lager Camp Ashcan im luxemburgischen Bad Mondorf gebracht, in dem zwischen Mai und September 1945 ein GroĂteil der bis dahin gefangenen NS-FunktionĂ€re und hochrangigen MilitĂ€rs festgehalten und verhört wurde.
Ab November 1945 war Göring als ranghöchster Nationalsozialist in NĂŒrnberg angeklagt. Nach seinem Drogenentzug wirkte er auf viele Protagonisten des NĂŒrnberger Prozesses lebendiger und schlagfertiger als in all den Jahren des Dritten Reiches zuvor.cite-ref-131[131] Er wurde in allen vier Anklagepunkten (Verschwörung gegen den Weltfrieden; Planung, Entfesselung und DurchfĂŒhrung eines Angriffskrieges; Verbrechen gegen das Kriegsrecht; Verbrechen gegen die Menschlichkeit) schuldig gesprochen und zum Tod durch HĂ€ngen verurteilt. Göring stellte beim Gericht den Antrag, erschossen zu werden, was aber abgelehnt wurde.
Tod
Am 15. Oktober 1946, in der Nacht vor dem Hinrichtungstermin, entzog sich Göring der Vollstreckung des Urteils durch Selbsttötung mit einer Zyankali-Giftkapsel. Wenige Stunden spĂ€ter wurden zehn andere Verurteilte gehĂ€ngt. Die Leichname Görings und der zehn Hingerichteten wurden im StĂ€dtischen Krematorium auf dem MĂŒnchner Ostfriedhof eingeĂ€schert und die Asche in den Isar-Zufluss Wenzbach gestreut.cite-ref-132[132]cite-ref-books-9synaaaamaaj-7-133-0[133]
Göring hinterlieĂ einen Abschiedsbrief an den GefĂ€ngniskommandanten, in dem er den Plan seiner Selbsttötung beschrieb. Demnach habe er von Anfang an drei Zyankalikapseln bei sich gehabt. Eine versteckte er so, dass sie gefunden werden konnte, eine weitere so grĂŒndlich, dass sie nicht gefunden wurde; wĂ€hrend des NĂŒrnberger Prozesses hatte er diese Kapsel bei sich im Stiefel. Die dritte Kapsel befand sich in einer Dose mit Hautcreme in Görings GepĂ€ck, auf die er durch den amerikanischen Offizier Jack G. Wheelis Zugriff hatte.
Woher Göring das Gift hatte, wurde bald Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Erich von dem Bach-Zelewski, ein ehemaliger ObergruppenfĂŒhrer der Waffen-SS, behauptete in der Untersuchungshaft, es sei von ihm. Er habe schon vor Beginn des Prozesses den Kontakt zu Göring gesucht und ihm im Korridor das Gift in einem StĂŒck Seife zugesteckt. Diese Behauptung wollte Bach-Zelewski damit belegen, dass er den Amerikanern 1951 eine weitere Ampulle lieferte, deren Glas aus derselben Herstellungsserie stammte wie die Splitter, die in Görings Mundhöhle gefunden worden waren.cite-ref-134[134] Nach einer anderen Version soll Jack G. Wheelis, ein Leutnant der US Army, mit dem sich Göring angefreundet hatte, ihm das Gift zugesteckt haben.cite-ref-135[135] Anfang 2005 meldete sich schlieĂlich der ehemalige Wachsoldat Herbert Lee Stivers, der bei den NĂŒrnberger Prozessen seinen Dienst getan hatte, und behauptete, dass er damals von einer Frau (âMonaâ) und einem Mann gebeten worden sei, Göring Notizen und eine in einem FĂŒllfederhalter versteckte Kapsel zuzustecken. Diese hĂ€tten ihm gesagt, dass Göring ein sehr kranker Mann sei und Medizin benötige. Stivers sei seit dem Bekanntwerden von Görings Suizid davon ĂŒberzeugt, dass es sich bei der âMedizinâ um das Zyankali fĂŒr die Selbsttötung gehandelt habe; aus Furcht vor Strafverfolgung aber habe er bis dahin geschwiegen.cite-ref-sz-312177-136-0[136]cite-ref-137[137]
Ămtervielfalt
Göring bekleidete zahlreiche Posten, die er sich alle bezahlen lieĂ. Seine wichtigsten Ămter waren:
âą politischer Beauftragter des FĂŒhrers in der Reichshauptstadt (1932â1933)
âą PreuĂischer Minister des Innern (1933â1934)
âą PreuĂischer MinisterprĂ€sident (1933â1945)
âą stellvertretender Reichsstatthalter von PreuĂen (1933â1945)
âą PrĂ€sident des PreuĂischen Staatsrates (1933â1945)
âą PrĂ€sident des Reichstags (1932â1945)
⹠Reichsminister ohne GeschÀftsbereich (1933)
âą Reichsforstmeister und ReichsjĂ€germeister (1934â1945)
âą Reichsbeauftragter fĂŒr Rohstoff- und Devisenfragen (6. Juli 1936)cite-ref-138[138]
âą Mitglied des Geheimen Kabinettsrats (1938â1945)
âą Vorsitzender des Ministerrats fĂŒr Reichsverteidigung (1939â1945)
âą designierter Nachfolger des FĂŒhrers (1934â1945)
âą PrĂ€sident des Reichsforschungsrats (1943â1945)
âą Reichskommissar fĂŒr die Luftfahrt (1933)
âą Reichsminister der Luftfahrt (1933â1945)
⹠PrÀsident des Reichsluftschutzbundes (1933)
âą Oberbefehlshaber der Luftwaffe (1935â1945)
âą Reichskommissar fĂŒr Rohstoffe und Devisen (1936)
âą Beauftragter fĂŒr den Vierjahresplan (1936â1945)
âą Vorsitzender des Zentralen Planungsamts (1943â1945)
âą Hauptleiter der Reichswerke Hermann Göring (1937â1945)
Rezeption
FĂŒr sein Streben nach Auszeichnungen, seine Sammelleidenschaft und seine Vorliebe fĂŒr Prunk bekannt, lieĂ er GemĂ€lde, die ihm gefielen, konfiszieren. Trotz der angespannten Lage der deutschen StreitkrĂ€fte in der Sowjetunion feierte Göring seinen 50. Geburtstag 1943 mit enormem Aufwand und forderte vom Finanzminister zwei Millionen Reichsmark zur VergröĂerung von Carinhall. Hitler kannte und duldete diese Forderungen. In der ostpreuĂischen Rominter Heide hielt er, auch mit auslĂ€ndischen GĂ€sten, groĂe Jagden ab. Oberforstmeister Walter Frevert berichtete in seinen BĂŒchern ĂŒber Görings Jagdneid, wenn einer seiner GĂ€ste einen zu starken Hirsch geschossen hatte.cite-ref-139[139]
Im Volksmund wurde Göring wegen seiner auffĂ€lligen, oft aus Uniform und vielen Orden bestehenden Garderobe âLametta-Heiniâ genannt. In einer populĂ€ren Parodie auf ein ursprĂŒnglich von Claire Waldoff gesungenes Couplet hieĂ es:
âRechts Lametta, links Lametta, Und der Bauch wird imma fetta, In den LĂŒften ist er Meesta â Hermann heeĂt er!âcite-ref-140[140]
Wie Hitler und Himmler unterstanden auch Göring bewaffnete âElite-Einheitenâ: Die SA-Standarte âFeldherrnhalleâ, deren âEhren-StandartenfĂŒhrerâ er wurde, und das Polizeiregiment âGeneral Göringâ, das spĂ€ter in die Luftwaffe ĂŒberfĂŒhrt und wĂ€hrend des Krieges zum Fallschirm-Panzerkorps âHermann Göringâ ausgebaut wurde (siehe Fallschirm-Panzer-Division 1 Hermann Göring).
Göring war EhrenbĂŒrger zahlreicher deutscher StĂ€dte. Im Zuge seiner Verurteilung als einer der Hauptschuldigen im NĂŒrnberger Prozess verlor Göring alle EhrenbĂŒrgerschaften (Vorrechte) gemÀà Artikel VIII, Ziffer II, Buchstabe i der Direktive 38 des Alliierten Kontrollrats vom 12. Oktober 1946.
Siehe auch
:
Hermann Göring als Namensgeber von StraĂen und PlĂ€tzen
Darstellung im Film
âą 1988: Geheime Reichssache, Deutschland. In dem zweiteiligen Fernsehfilm ĂŒber die Blomberg-Fritsch-Krise wird Göring von Udo Weinberger verkörpert.
âą 2000: NĂŒrnberg â Im Namen der Menschlichkeit, USA. In dem Film ĂŒber die NĂŒrnberger Prozesse wird Göring von Brian Cox dargestellt.
âą 2003: Hitler â Aufstieg des Bösen, USA, Fernsehfilm. Hier wird Göring von Chris Larkin verkörpert.
âą 2004: Der Untergang, Deutschland, Regie: Oliver Hirschbiegel. In dem Film ĂŒber die letzten Tage des Dritten Reichs wird Göring von Mathias GnĂ€dinger dargestellt.
âą 2025: NĂŒrnberg, USA. In dem Spielfilm ĂŒber die NS-Hauptkriegsverbrecher unter der Regie von James Vanderbilt ĂŒbernahm Russell Crowe die Rolle von Hermann Göring.
Dokumentarfilme
âą Jörg MĂŒllner: Göring â Eine Karriere. Dreiteilige Dokumentation, Deutschland, 2006, 3 Ă 45 Min., Untertitel und Erstsendung: âDer Komplizeâ (14.), âDer zweite Mannâ (21.), âNazi Nummer einsâ (28. MĂ€rz 2006) im ZDF.
âą Michael Kloft: Görings letzte Schlacht. Das Tribunal von NĂŒrnberg. Zweiteilige TV-Dokumentation, Deutschland, 2006, 2 Ă 45 Min.
⹠Eszter Cseke, Andras S. Takacs: Kinder des Bösen: Bettina Göring. Dokumentation, Deutschland, Ungarn, 2016, 43 Min., deutsche Erstsendung: 4. Dezember 2017 auf ZDFinfo.
Schriften (Auswahl)
âą Die Taktik der Jagdgeschwader. In: Georg Paul Neumann (Hrsg.): In der Luft unbesiegt. Erlebnisse im Weltkrieg erzĂ€hlt von LuftkĂ€mpfern. Lehmann, MĂŒnchen 1923, DNB 366320238, S. 132â134.
âą Aus dem Tagebuch eines Jagdfliegers. In: Georg Paul Neumann (Hrsg.): In der Luft unbesiegt. Erlebnisse im Weltkrieg erzĂ€hlt von LuftkĂ€mpfern. Lehmann, MĂŒnchen 1923, DNB 366320238, S. 209â214.
âą Der Kampf gegen Marxismus und Separatismus. In: Wilhelm Kube (Hrsg.): Almanach der nationalsozialistischen Revolution. Brunnen-Verlag Willi Bischoff, Berlin, DNB 571699758, S. 155â160 (o. J. [1933]).
âą Aufbau einer Nation. Mittler, Berlin 1934, DNB 573492247.
âą Reden und AufsĂ€tze. Herausgegeben von Erich Gritzbach. Eher, MĂŒnchen 1938, DNB 573492271.
Literatur
Quelleneditionen
âą Wassili Stepanowitsch Christoforow u. a. (Hrsg.): Verhört. Die Befragungen deutscher Generale und Offiziere durch die sowjetischen Geheimdienste 1945â1952 (= Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Moskau. Band 6). De Gruyter, Berlin/Boston 2015, ISBN 978-3-11-041604-6, Kap. 1.3: Sowjetisches Verhörprotokoll des Reichsmarschall Hermann Göring, Kurort Mondorf, Luxemburg, 17. Juni 1945, S. 78â95 (Volltext in der Google-Buchsuche).
Kurzdarstellungen
âą Gerhard Stoltenberg: Göring, Hermann Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 6. Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 525â527 (deutsche-biographie.de).
âą Joachim C. Fest: Hermann Göring. Der zweite Mann. In: Derselbe: Das Gesicht des Dritten Reiches. Profile einer totalitĂ€ren Herrschaft. 11. Auflage. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1993, ISBN 3-492-11842-9, S. 103â119.
âą Alfred Kube: Hermann Göring â Zweiter Mann im âDritten Reichâ. In: Ronald Smelser, Enrico Syring, Rainer Zitelmann: Die braune Elite. Band 1: 22 biographische Skizzen. 4., aktualisierte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999, ISBN 3-534-14460-0, S. 69â83.
Biographien
âą Heinrich Fraenkel, Roger Manvell: Hermann Göring. Ăbersetzt von Hedwig Jolenberg, bearbeitet von Wolfgang Tschechne. Verlag fĂŒr Literatur und Zeitgeschehen, Hannover 1964 DNB 451329309; NA: Pawlak, Herrsching 1981, DNB 810894998.
âą Stefan Martens: Hermann Göring. âErster Paladin des FĂŒhrersâ und âZweiter Mann im Reichâ. Schöningh, Paderborn 1985, ISBN 3-506-77474-3.
âą Richard Overy: Hermann Göring. Machtgier und Eitelkeit. Heyne, MĂŒnchen 1986, ISBN 3-453-55138-9.
âą Alfred Kube: Pour le mĂ©rite und Hakenkreuz. Hermann Göring im Dritten Reich. 2. Auflage. Oldenbourg, MĂŒnchen 1987, ISBN 3-486-53122-0.
âą Guido Knopp: Göring. Eine Karriere. Goldmann, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-442-15470-8.
âą Harald Sandner: Wenigstens 12 Jahre anstĂ€ndig gelebt. Neue Einblicke in Hermann Görings Biografie. Shaker Media, DĂŒren 2023, ISBN 978-3-95631-980-8cite-ref-142[142]
âą Bettina Göring: Der gute Onkel. Mein verdammtes deutsches Erbe. Droemer, MĂŒnchen 2024, ISBN 978-3-426-27658-7.
âą Andreas Molitor: Hermann Göring. Macht und Exzess. Eine Biografie C. H. Beck, MĂŒnchen 2025, ISBN 978-3-406-83640-4.
Einzelaspekte
âą Ilse von zur MĂŒhlen: Die Kunstsammlung Hermann Görings. Bayerische StaatsgemĂ€ldesammlungen, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-8321-7498-2.
âą Hanns Christian Löhr: Der Eiserne Sammler. Die Kollektion Hermann Göring. Kunst und Korruption im »Dritten Reich«. GebrĂŒder Mann, Berlin 2009, ISBN 978-3-7861-2601-0.
âą Nancy H. Yeide: Beyond the Dreams of Avarice: The Hermann Goering Collection. Laurel Publishing, Dallas 2009, ISBN 0-9774349-1-5.
⹠Andreas Gautschi: Der ReichsjÀgermeister. Fakten und Legenden um Hermann Göring. 5. Auflage. Neumann-Neudamm, Melsungen 2010, ISBN 978-3-7888-1038-2.
⹠Uwe NeumÀrker, Volker Knopf: Görings Revier. Jagd und Politik in der Rominter Heide. 3. Auflage. Links, Berlin 2012, ISBN 978-3-86153-705-2.
âą Andrea Hollmann, Roland MĂ€rz: Hermann Göring und sein Agent Josef Angerer: Annexion und Verkauf âEntarteter Kunstâ aus deutschem Museumsbesitz 1938. Fink, Paderborn 2014, ISBN 978-3-7705-5173-6.
⹠Volker Knopf, Stefan Martens: Görings Reich. Selbstinszenierungen in Carinhall. 7. Auflage. Links, Berlin 2015, ISBN 978-3-86153-392-4.
Weblinks
Commons
: Hermann Göring
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Hermann Göring
â Zitate
âą Literatur von und ĂŒber Hermann Göring im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Zeitungsartikel ĂŒber Hermann Göring in den Historischen Pressearchiven der ZBW
âą Nachlass Bundesarchiv N 1542
Einzelnachweise
cite-note-11. â Gustave Gilbert. Hermann Goering, Amiable Psychopath, in: The Journal of Abnormal an Social Psychology, Heft 2, Jahrgang 43, S. 211ff.
cite-note-22. â Ingeborg ArmbrĂŒster: Das Marienbad um 1900. In: Stadtarchiv Rosenheim. Stadt Rosenheim, abgerufen am 3. Oktober 2024.
cite-note-33. â Edwin Palmer Hoyt: Goeringâs War. Hale, London 1990, ISBN 0-7090-3928-X, S. 13 (englisch).
cite-note-44. â Freiheit und Glaube. Die Geschichte der Evangelischen im Rosenheimer Land. Ausstellung des Dekanats Rosenheim und der Stadt Rosenheim. In: Michael Grabow (Hrsg.): Freiheit und Glaube. Die Geschichte der Evangelischen im Rosenheimer Land. Dokumentation. Evangelisch-Lutherisches Dekanat Rosenheim, Rosenheim 2008, S. 151â185, hier S. 164.
cite-note-55. â Heinz-Dietmar Schimanko: Der Fall Reinthaller. Das Strafverfahren gegen Anton Reinthaller vor dem Volksgericht. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2019, ISBN 978-3-205-23187-5, S. 151 f.
cite-note-66. â Ilse MĂŒller, GĂŒnther Schweizer, Peter Werth: Die Familie Remy. KannenbĂ€cker und Unternehmer. Eine genealogische Bestandsaufnahme. Legat, TĂŒbingen 2009, ISBN 978-3-932942-36-5, S. 275.
cite-note-77. â Volker Knopf, Stefan Martens: Görings Reich. Berlin 1999, S. 167.
cite-note-88. â Guido Knopp: Göring â eine Karriere. GĂŒtersloh 2006, S. 15 ff.
cite-note-99. â Gerald Hirtner: Zwischen Tradition und Fortschritt. Der Lungau 1900â1945. In: Christian Blinzer (Hrsg.): Unentwegt bewegt. Margit GrĂ€fin SzĂĄpĂĄry (1871â1943). Pfeifenberger, Tamsweg 2007, ISBN 978-3-901496-12-7, S. 21.
cite-note-1010. â Arno Gruen: Der Fremde in uns. dtv, MĂŒnchen 2002, S. 164.
cite-note-1111. â Bernd Noack: Pressecamp im Schloss. EindrĂŒcke aus FĂŒrth zur Zeit der NĂŒrnberger Prozesse. In: nordbayern.de. FĂŒrther Nachrichten, 30. November 2010, abgerufen am 6. Juni 2021.
cite-note-1212. â Thomas Greif: Frankens braune Wallfahrt. Der Hesselberg im Dritten Reich. Historischer Verein fĂŒr Mittelfranken, Ansbach 2007, ISBN 978-3-87707-698-9, S. 194.
cite-note-1313. â Arno Gruen: Der Fremde in uns. dtv, MĂŒnchen 2002, S. 168.
cite-note-1414. â Peter M. Quadflieg: Gerhard Graf von Schwerin (1899â1980). Wehrmachtgeneral, Kanzlerberater, Lobbyist. Schöningh, Paderborn 2016, ISBN 978-3-506-78229-8, S. 28.
cite-note-1515. â Volker Knopf, Stefan Martens: Görings Reich. Selbstinszenierungen in Carinhall. Links Verlag, Berlin, 1999, ISBN 3-86153-176-3, S. 13.
cite-note-1616. â Guido Knopp: Göring. Eine Karriere. C. Bertelsmann, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-570-00891-6, S. 20 f.
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cite-note-1818. â Guido Knopp: Göring. Eine Karriere. C. Bertelsmann, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-570-00891-6, S. 26.
cite-note-1919. â Björn Fontander: Carin Göring skriver hem. Carlsson, Stockholm 1990, ISBN 978-91-7798-323-1, S. 14 (schwedisch).
cite-note-2020. â Henrik Fock: SlĂ€kten Fock. Personer och hĂ€ndelser under 450 Ă„r. 3. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2013, ISBN 978-91-7463-052-7, S. 151 (schwedisch).
cite-note-2121. â Guido Knopp: Göring. Eine Karriere. C. Bertelsmann, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-570-00891-6, S. 26 f.
cite-note-2222. â Anna Maria Sigmund: Die Frauen der Nazis. Ueberreuter, Wien 1998, ISBN 3-8000-3699-1, S. 30.
cite-note-2323. â UniversitĂ€t MĂŒnchen. Studentenverzeichnis. Winter 1922/23. In: epub.ub.uni-muenchen.de. S. 50, abgerufen am 20. Dezember 2018 (PDF; 25,9 MB).
cite-note-2424. â Matthias Berg: Karl Alexander von MĂŒller. Historiker fĂŒr den Nationalsozialismus. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-525-36013-2, S. 92.
cite-note-2525. â Sönke Zankel: Vom Helden zum Hauptschuldigen â Der Mann, der die Geschwister Scholl festnahm. In: Elisabeth Kraus (Hrsg.): Die UniversitĂ€t MĂŒnchen im Dritten Reich. AufsĂ€tze. Teil I. Utz, MĂŒnchen 2006, ISBN 978-3-8316-0640-5, S. 586.
cite-note-2626. â Andreas Molitor: Hermann Göring: Macht und Exzess. Eine Biografie Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2025, ISBN 978-3-406-83640-4, S. 74.
cite-note-read-s68-2727. â Anthony Read: The Devilâs Disciples. The Lives and Times of Hitlerâs Inner Circle. Pimlico, London 2004, ISBN 978-0-7126-6416-5, S. 68 (englisch).
cite-note-2828. â GĂŒnter Böddeker, RĂŒdiger Winter: Die Kapsel. Das Geheimnis um Görings Tod. Econ, DĂŒsseldorf/Wien 1979, ISBN 3-430-11374-1, S. 53.
cite-note-2929. â Wolfgang Schuster: Hitler in MĂŒnchen â privat? In: Richard Bauer u. a. (Hrsg.): MĂŒnchen â »Hauptstadt der Bewegung«. Bayerns Metropole und der Nationalsozialismus. Klinkhardt und Biermann, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-7814-0362-9, S. 125â130, hier S. 127.
cite-note-3030. â Paul Hoser: Sturmabteilung (SA), 1921â1923/1925â1945. In: historisches-lexikon-bayerns.de. 14. November 2007, abgerufen am 23. Mai 2019.
cite-note-3131. â Albert Alexander Kurland: Psychiatric Aspects of Opiate Dependence. CRC Press, West Palm Beach 1978, ISBN 0-8493-5056-5, S. 187 (englisch).
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